Neuregelung der Arzneimittel-Versorgung von Hämophilie-Patienten ab 01.09.2020*

Bisher wurden Hämophilie-Arzneimittel (plasmatische und rekombinante Blutgerinnungsfaktoren) vom pharmazeutischen Unternehmen direkt an die spezialisierten Ärzte bzw. Zentren vertrieben. Dort erfolgte dann auch die Versorgung der Patienten mit ihren Gerinnungsfaktorzubereitungen durch die behandelnden Ärzte.  


Mit dem Gesetz für mehr Sicherheit in der Arzneimittelversorgung (GSAV) erfolgt diese Arzneimittelversorgung ab 01.09.2020* verpflichtend über Apotheken. Umgesetzt wird dies durch eine Änderung des § 47 AMG.


Diese Neuregelung bringt Veränderungen für Ärzte bzw. Zentren und Apotheken ebenso wie für die Patienten: Ärzte stellen zunächst ein Rezept aus, das der Patient künftig in der Apotheke einlöst. Für die Apotheken ergibt sich daraus eine neue Meldepflicht gegenüber dem Arzt, um die Nachverfolgbarkeit der Präparate zu gewährleisten. 


Was sich für Patienten, Ärzte/Zentren und Apotheken konkret ändern, haben wir im Folgenden detailliert zusammengefasst. 

 

 

 


* Bisher ist der 15.08.2020 für die Implementierung des Vertriebswegs über Apotheken vorgesehen, ab dem 01.09.2020 werden die   Preise für nicht-AMNOG Hämophiliepräparate vom GKV-SV festgelegt. Es ist jedoch davon auszugehen, dass beide Regelungen zeitgleich zum 01.09.2020 starten sollen. Entsprechende Änderungsanträge wurden bereits gestellt.